Wieso frage ich Dich das doch etwas provokant⁉️⁉️

Jeder von uns Pferdemädels weiß sehr genau, wie viele Probleme und Schwierigkeiten wir mit den Pferden zu überwinden haben. Angefangen von der ganzen Kommunikation mit den Pferden am Boden oder im Sattel, basierend auf einer anderen Sprache wie unserer verbalen Muttersprache. Was die Kommunikation angeht, muss man erstmal ein Verständnis, Bewusstsein und auch etwas Knowhow haben, um die edlen mächtigen Geschöpfe auch gänzlich verstehen zu können.

🐴Denn im Reitsport gilt wie überall das Gesetz der Resonanz und die Pferde zeigen uns Reaktionen auf unsere Aktionen. Nur wir verstehen genau diese Reaktionen oft nicht wirklich oder richtig, da wir uns nicht drüber im Klaren sind, was wir den Pferden mit unserer vorangegangenen Aktion „gesagt“ haben.

Einer der wertvollsten Tipps eines Trainers für mich persönlich war die kurze und knappe Aussage, dass die Pferde unsere Hilfe entschlüsseln können müssen ➡️💯‼️

Diese Worte sind mir tief in Erinnerung geblieben. Doch verstanden, bewusst verstanden habe ich sie erst im Laufe der Zeit. Dies ist nebenbei ein Satz, den ich allen meinen Mädels im Training oft sage und dessen Bedeutung auch detailliert erkläre, weil es so unendlich wichtig für eine feine Kommunikation ohne Missverständnisse ist.

Denn sowohl in meinem Training vor Ort, als auch bei meinem virtuellen Dressurtraining basieren viele „Fehler“ beim Reiten meiner Mädels auf banalen Missverständnissen zwischen Reitern und Pferden. Anders ausgedrückt, redet man oft – wie wir Menschen auch – aneinander vorbei. Oft sage ich so salopp, dass die Pferde ein Fragezeichen auf der Stirn haben, was die Reiter genau von ihnen wollen. Wissen oder verstehen die Pferde eine Hilfe oder Signal ihrer Reiter nicht oder nur teilweise, treffen sie selbst eine Entscheidung und diese ist dann oft nicht im Sinne des Reiters. An sich ist das ja nicht so schlimm, doch was kommt danach?

Dann hört man Sätze wie z.B. „der dumme Gaul“, „heut hat er wieder kein Bock“, um nur zwei noch harmlose Phrasen vieler Reiter und auch Trainer zu nennen. Diese Phrasen stinken mir persönlich gewaltig. Denn es gibt kein Pferd, dass sich nachts in der Box überlegt am nächsten Tag keinen Bock aufs Reiten oder eine bestimmte Lektion zu haben. Abgesehen von gesundheitlichen Problemen und eventuell vorliegender Schmerzen als Ursachen eines vom normalen abweichenden Verhalten, bemühen sich die Pferde immer und wollen den Reitern gefallen, geben ihr Bestes usw..

📌Anmerkung am Rande: Zeigen Pferde Dinge wie z.B. Blockieren, Bocken oder Steigen sind dies alles Verweigerungsreaktionen, weil – ja, das sage ich jetzt sehr direkt – die Reiter sich für die Pferde unverständlich ausdrücken bzgl. Ihrer Hilfen und ein Griff zu unfairen oder im schlimmsten Fall zu brutalen Trainingsmethoden dann bei vielen nicht weit ist. Dies ist der völlig falsche Weg und resultiert für mich auf reiner Unwissenheit, situationsabhängiger Hilflosigkeit und vielen reiterlichen Defiziten mehr. Empathische Pferdemenschen sind solche für mich nicht, um es deutlich zu sagen. Diesen Reitern ist das Wort Selbstkritik auch nicht geläufig! Doch zurück zum Erfreulichen, den Reitern, die ihre Pferde verstehen wollen und nicht die Absicht haben gegen das Pferd zu agieren, die edlen Geschöpfe zur Mitarbeit zu zwingen oder gar zu brechen.

➡️Aber warum habe ich Dich gefragt, ob DU persönlich talentfrei bist?

Meine Meinung ist, dass jeder Reiter ein Talent hat und man dieses als Trainer zum Strahlen bringen und fördern muss. Klar, dass gewisse Feeling für Pferde ist nicht bei jedem gleich ausgeprägt. Doch mit einem verständnisvollen Trainer an der Hand kann wirklich jeder Reiter, sofern er das auch wirklich will, eine feine Kommunikation mit den Pferden erlernen.

Ich persönlich kenne beide Seiten, die Sicht des Reiters und des Trainers, habe viele Fehler gemacht und den besten Lehrmeister gehabt, der mich alles, was ich kann und weiß, gelehrt hat. Mein Professor hat, um es kurz zu erklären, mir für jedes unfaire Handeln, jede für ihn nicht klar zu entschlüsselnde Hilfe beim Reiten usw. umgehend die Quittung gegeben und mir deutlich zu verstehen gegeben, dass nicht er falsch reagiert, sondern der Fehler bei mir liegt. Hier geht es auch nicht darum, dass er mich bis zur S – Dressur begleitet hat, sondern dass er mich gelehrt hat, wie man in jeder Situation fair mit einem Pferd umgeht. Seine Lehre ist mit Geld nicht zu bezahlen. Ich möchte darauf hinaus, dass ich alle Baustellen kenne und vor allem auch das Gefühl dahinter und dass die Reiterei kein Geheimnis mit sieben Siegeln ist.

Es ist eigentlich ganz banal:
Man sollte als Reiter, egal welche Disziplin, welcher Ausbildungsstand und egal, wo die Reise hingehen soll, offen sein und den Pferden als allererstes fair und respektvoll begegnen. Ein warmes Herz für Pferde schadet natürlich ebenfalls nicht. Doch die sensiblen Fellnasen mit den großen Augen ziehen, wenn man offen auf sie zugeht, sowieso jeden in ihren Bann. Aktion und Reaktion, erinnerst Du Dich noch?

Mal nicht weiter zu wissen oder in manchen Situationen hilflos zu sein, ist normal, passiert jedem Reiter des Öfteren und ist nicht schlimm, solange man dann nicht auf Abwege kommt und den fairen Umgang mit den Pferden verlässt.

Deshalb fokussiere Dich auf Dein individuelles Ziel und falls Du kein definiertes hast, gebe ich Dir gern eins -> ein Umgang und Reiten mit Deinem Pferd mit Freude in Harmonie und Leichtigkeit fokussiert auf die Gesunderhaltung bis ins hohe Alter Deines Pferdes. Einverstanden?

Nachdem dieses Ziel wirklich jeder Reiter erreichen kann, gibt es für mich keine Talentfreiheit. Es kommt nur darauf an, dass Du Dir ein gewisses Knowhow rund um die Pferd aneignest, Dich von Schwierigkeiten nicht von Deiner Reise abbringen lässt und dann hast Du schon sehr gute Voraussetzungen.

📌Ein kleiner Tipp noch von mir:
Schau ganz genau hin und vertraue auch Deinem Bauchgefühl, welchen Trainer Du Dir als Unterstützung aussuchst. Hast Du bereits einen Trainer gefunden, der Dir die Hand gereicht hat und der Dir auch das Gefühl gibt, dass Ihr den pferdegerechten Weg geht, dann freut es mich sehr für Dich und dann wünsche ich Dir alles Gute und vor allem viel Freude mit Deinem Pferd.

Falls Du noch alleine unterwegs bist und Du mit meinem Worten einverstanden bist, schreib mir am besten gleich. Ich reiche Dir gerne eine unterstützende Hand, wenn Du das willst.

In diesem Sinne:
Zweifel nicht an Dir und vor allem nicht an Deinem Pferd, sondern analysiere Eure Schwierigkeiten und arbeite dann an der Ursache hierfür, nicht an den Symptomen.

Alles Liebe und Gute für Dich und Dein Pferd 🐴💝.

LG Karolin 🍀

#disziplinkombiniertmitparty
#nevergiveup #pferdetraining #lgzaum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.